Die Geschichte der Aloe Vera

„Der Arzt hilft, aber die Natur heilt“ – von Hippokrates, dem berühmten Arzt der Antike

Die Spuren der Aloe Vera reichen weit zurück. Selbst in der Bibel wird die Aloe bereits erwähnt (4. Mose 24,6; Ps 45,9; Spr 7,17). In dieser Zeit wurde Aloe als Räucherwerk, also Parfüm und als Zusatz bei Leichenbalsamierungen verwendet. Es sind als Phönix folgende Geschichten mit dem Namen Aloe verbunden: Es wird erzählt, dass Jesu vor der Grablegung und Auferstehung mit 40kg Aloe einbalsamiert wurde. Dem entsprechend war Aloe auch einer der drei, am Grabe wachenden, so genannten „Frauen im Segen“. Die Verbindung dieser Ausdrücke untereinander, sowie auch zu der Pflanze bleiben unklar, da die orientalische Verknüpfung von Zauberkraft ausgesprochen weggebrochen scheint.

Der Patriarch von Jerusalem empfahl im 10. Jahrhundert Alfred dem Großen von England die Aloe- Pflanze als Heilmittel, da man wusste, dass sie eine sehr schmerzlindernde Wirkung hat. Sogar Alexander der Große ließ die Verletzungen seiner Soldaten mit dem Saft der Pflanze Aloe Vera behandeln. Zur Haut- und Schönheitspflege verwendeten sogar Nofrete und Cleopatra eine Aloe-Paste. Die Aloe wird in der Materia Medica vom griechischen Arzt Dioskurides (1.Jh.) als eine Pflanze beschrieben, die „(…) adstringirende, austrocknende, den Körper verdichtende, den Bauch lösende, den Magen reinigende Kraft (…)“ haben, die mit Wasser getrunken gegen Gelbsucht helfen, aber auch als Abführmittel und Auftragen bei Wunden und sogar Geschwüren Wirkung zeigen soll.

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Kolumbus und seine Entdecker landen in Amerika. Quelle: Wikipedia.org

Nahe am Aberglauben war die Vorstellung, die Aloe-Pflanze verleihe Frauen die Kraft der Jugend und regeneriere die weibliche Natur – wie viel später doch die Mayas bestätigten. Die Aloe ist seit ewigen Zeiten als Abtreibungsmittel in den Ländern mit hohem Anteil von Naturvölkern bekannt. Die spanischen Conquistadores brachten in der frühen Neuzeit die Pflanze nach Mittelamerika, nach Bolivien und auf die Westindischen Inseln. Die Mayas gaben der Pflanze den Namen „Quelle der Jugend“. Christoph Kolumbus führte Töpfe mit Aloe Vera auf seinen Schiffen mit, um wie Alexander der Große die Verletzungen seiner Soldaten behandeln zu können.

Im 16. Jahrhundert wurde die wilde Aloe auf der Insel Sokotra (am Kap von Afrika) von spanischen Jesuiten entdeckt. Dort wuchsen immense Mengen und wachsen auch noch heute. Diese Aloe wurde ca. 1920 zu medizinischen zwecken nach Europa geschifft. Weil die Reisen ziemlich lange dauerten, konnten die Blätter nicht frisch transportiert werden, sondern mussten vorher gekocht werden. Das Wasser wurde den Pflanzen entzogen und es blieb ein Granulat übrig, welches ohne Probleme verschickt werden konnte. Doch durch die Erhitzung haben sich viele in der natürlichen Form enthaltenen Substanzen verändert und durften nur in medizinischen Produkten gebraucht werden. Besonders das Aloin, ein Bitterstoff, konnte in gekochter Form sogar schon bei kleiner Dosis giftige Wirkung zeigen, was in frischer Form jedoch nicht der Fall ist. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde mit der Verwendung von Röntgenstrahlen in der Krebstherapie die Aloe-Paste als Mittel gegen die Hautverbrennungen durch hohe Strahlendosen wiederentdeckt. Sehr interessant ist auch, dass viele Hausfrauen aus dieser Zeit auf der Fensterbank ihrer Küche eine solche Pflanze stehen hatten, da sie die Bedeutung dieser Pflanze kannten. Die Pflanze kam im Alltag bei Verbrennungen und Hautverletzungen zum Einsatz. Die Heilpflanze fristete von ca. 1920 bis 2002 ein unbekanntes Dasein, denn die Pharmaindustrie war nun in der Lage, viele der in der Natur vorkommenden Substanzen selbst und im eigenen Land herzustellen.

Wie auch viele andere Kosmetika werden Aloe-Vera-Produkte häufig von MLM Netzwerk-Marketing-Unternehmen vertrieben. Aloe wird (häufig über den gleichen Vertriebsweg) auch als Frisch-(Press-)Saft oder „Mark“ für die innerliche Anwendung gehandelt. Hierbei werden oft Produkte angeboten, die Aufgrund des Produktionsprozesses (z.B. Wärmebehandlung) nahezu Wirkungslos sind. Einer regelmäßigen Qualitätskontrolle werden nur zertifizierte Produkte unterzogen und garantieren dessen Wirksamkeit. International Aloe Science Council Inc., Kosher Rating und der Islamische Prüfsiegel sind die zuverlässigsten und strengsten Prüfsiegel.